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Anhebung der Krankenversicherungsbeiträge: ÖBVP fordert mindestens 20 Mio-Euro-Topf für Gesamtvertrag Psychotherapie!

Anlässlich der Anhebung der Krankenversicherungsbeiträge möchten wir dringend daran erinnern, dass Psychotherapie noch immer nicht als flächendeckende Sachleistung allen PatientInnen zur Verfügung steht. Seit 1992 (50. ASVG - Novelle § 135) ist Psychotherapie Pflichtleistung der Sozialversicherung. Bis heute ist dies nicht umgesetzt.

Es wurden bisher seitens der Gebietskrankenkassen Landesverträge mit privaten Gesellschaften und Vereinen abgeschlossen, die eine gedeckelte Anzahl von „"Psychotherapie auf Krankenschein" bereitstellen, den Bedarf aber bei weitem nicht decken. Das bedeutet für viele PatientInnen, darunter viele Kinder und Jugendliche, eine unüberwindbare Hürde, lange Wartezeiten und eine Verschlechterung ihrer Beschwerden.

Die WHO warnt, dass im Jahr 2020 Depression bereits die am häufigsten gestellte Diagnose sein wird. In Österreich leiden 10 % der Bevölkerung zumindest vorübergehend an depressiven Erkrankungen. Psychische Krankheiten verursachen bereits mehr als 10 % des Zuwachses an Invaliditätspensionen. Heute gehen fast 30 % der Krankenstände auf psychische Belastungen zurück. Das stellt eine enorme finanzielle Belastung für das Gesundheits- und Sozialsystem dar!

Psychotherapie ist eine nachgewiesen hochwirksame Behandlungsmethode für psychische Erkrankungen, die PsychotherapeutInnen haben ihre Behandlungskompetenz längst unter Beweis gestellt und in der Öffentlichkeit an Ansehen gewonnen. Die Entstigmatisierungs-Bemühungen greifen, so dass Betroffene zunehmend bereit sind, psychotherapeutische Behandlung unter leistbaren Bedingungen in Anspruch zu nehmen!

Die Regierung hat sich in ihrem Programm für die „"bundesweite Weiterentwicklung einer qualitätsgesicherten Psychotherapie" ausgesprochen. Nun ist es Zeit, den Worten Taten folgen zu lassen und die dafür notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen.

Was kostet eine bundesweite Gesamtvertragslösung? Rund 43.000 Personen waren 2004 in Österreich in psychotherapeutischer Behandlung. Psychotherapie auf Krankenschein und in Institutionen wurden von rund 27.000 Personen in Anspruch genommen, Psychotherapie mit Zuschuss und hohen Privatanteil nützten rund 16.000 Personen. Dafür werden insgesamt rund 44 Mio Euro (0,2 % der staatlichen Ausgaben für Gesundheit) ausgegeben. Will die Regierung ihre Versprechen einlösen, sind nun für einen treffsicheren Gesamtvertrag in der ersten Ausbaustufe mindestens weitere 20 Mio Euro zu sichern. Der ÖBVP appelliert an die Verantwortlichen, dafür entsprechend Sorge zu tragen!

Rückfragehinweis:

Dr. Eva Mückstein, Präsidentin Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie
Dr. Christa Pölzlbauer, Vizepräsidentin Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie
Löwengasse 3/5/6, 1030 Wien
Tel. 01/513 17 304
E-Mail

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