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Bures: Regierung verantwortet große Einkommensungerechtigkeiten
(Working Poor)
Utl.: "Sozialer Sprengstoff durch einseitige Verteilungspolitik" =
Wien (Sozialistische Korrepondenz, 9.7.2006) - Die SPÖ wird künftig
die Einkommensungerechtigkeit verstärkt thematisieren. "Die Regierung
hat durch ihre verfehlte, einseitige Verteilungspolitik eine Entwicklung
eingeleitet, die enormen sozialen Sprengstoff birgt: Die Armen werden
ärmer, die Reichen werden reicher", sagte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin
Doris Bures am Sonntag. ****
Gegenüber dem SPÖ-Pressedienst nannte Bures die Fakten:
-
250.000 ÖsterreicherInnen sind trotz Arbeit arm: Die Zahl der
Erwerbstätigen, deren Haushalte armutsgefährdet sind, also
mit weniger als 848 Euro im Monat auskommen müssen, ist in Österreich
auf 250.000 gestiegen. 91.000 davon gelten als manifest arm.
-
Das Phänomen der "Working Poor" wirkt sich auch auf die soziale
Sicherheit aus. Über 100.000 ÖsterreicherInnen sind nicht
krankenversichert. Das sind fast zwei Prozent der Gesamtbevölkerung.
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Die oberste Einkommensgruppe (die obersten 20 Prozent) beziehen
46 Prozent des gesamten unselbstständigen Einkommens. Die unterste
Einkommensgruppe (die untersten 20 Prozent) beziehen nur noch 2,3
Prozent der Gesamteinkommen.
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Die Reallöhne der österreichischen ArbeitnehmerInnen sind
durch die Belastungen der Bundesregierung seit 2001 in den vergangenen
Jahren kaum gestiegen. Im Jahr 2005 hat es sogar einen Rückgang
der Reallöhne gegeben. Im EU-Vergleich (EU 25) ist Österreich,
bezogen auf das Reallohnwachstum, in fünf Jahren vom 10. auf
den 20. Platz zurückgefallen.
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Immer mehr Menschen geraten in die Schuldenfalle: Der Dachverband
der Schuldnerberatung geht von rund 300.000 Haushalten mit Schuldenproblemen
aus. Im Jahr 2005 haben insgesamt 19.239 Personen eine Schuldnerberatung
aufgesucht. 2004 waren es noch 18.588.
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Mit der steigenden Arbeitslosigkeit, gekoppelt an sinkende Einkommen
und höhere Lebenshaltungskosten, steigt auch die Anzahl der Privatkonkurse.
Während es 1995 noch 789 Privatkonkurse gab, waren es 2005 laut
Kreditschutzverband bereits 6.446.
Demgegenüber ist die Zahl der Dollar-Millionäre in Österreich
von 2004 auf 2005 um 4.000 Personen gestiegen. "Da läuft etwas entschieden
falsch", sagte Bures und wirft der Regierung schwere Versäumnisse
vor: Keine Initiativen gegen die Arbeitslosigkeit, eine Steuerreform,
bei der nur die Großkonzerne entlastet wurden und die kleinen und
mittleren Einkommensbezieher leer ausgingen, unzählige Belastungen
für den Mittelstand, sechs Realkürzungen bei den Pensionen durch
Anpassung unter der Inflationsrate, 15 Belastungsmaßnahmen allein
im Gesundheitsbereich. "Diese Politik hat eine Besorgnis erregende Entwicklung
eingeleitet", so Bures. Es sei höchste Zeit für einen Kurswechsel
hin zu einer wirksamen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, einer Entlastung
der mittleren und kleinen Einkommen und einer Pensionspolitik, die einen
sicheren Lebensstandard im Alter garantiert. (Schluss)
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