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AK: Teuerung schlägt auch bei Bildungskosten zu

AK Studie zeigt: ArbeitnehmerInnen wünschen sich mehr finanzielle Unterstützung bei Weiterbildung

(Wien, 1.9.2008) „Jetzt wird auch noch die Bildung teurer“, sagt Johanna Ettl, Leiterin des AK-Bildungsbereichs. Eine aktuelle Erhebung der Statistik Austria zeigt, dass auch die Preise für Weiterbildungskurse steigen. So wurden etwa EDV-Kurse in den letzten acht Jahren um 24,6 Prozent teurer, Weiterbildungskurse für Friseure um bis zu 42,5 Prozent. Für den Europäischen Computer Führerschein muss man heute um fast 300 Euro mehr hinblättern. Eine neue AK-Studie zeigt außerdem: Die meisten wünschen sich eine finanzielle Unterstützung. „Der Großteil der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen will sich weiterbilden, aber die immer höheren Kosten schrecken viele ab“, sagt Ettl. Kein Wunder: Die Menschen müssen ohnehin schon für Lebensmittel, Wohnen und Energie mehr ausgeben, für die Bildung bleibt da kaum mehr was über. Die AK fordert deshalb das ge-bührenfreie Nachholen von Bildungsabschlüssen, ein Qualifizierungsstipendi-um und 35 Stunden betriebliche Weiterbildung pro Jahr.

Weiterbildung ist in den letzten Jahren viel teurer geworden. Das zeigt eine aktuelle Er-hebung der Statistik Austria. Die Preissteigerungen für diverse Kursen sind höher als im Durchschnitt. Die Statistik Austria hat etwa für Weiterbildungskurse für Frisöre einen ex-tremen Anstieg um 42,5 Prozent seit 2001 festgestellt. Auch die Preise für EDV-Kurse haben überdurchschnittlich zugelegt. Sie sind in den letzten acht Jahren um rund 24,6 Prozent teurer geworden. So kostet das Gesamtpaket für den Europäischen Führerschein heute 1.500 Euro, 2000 kostete es noch 1.204 Euro. „Eine Preissteigerung von fast 300 Euro ist für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ein enormer Unterschied“, so Ettl.

Meist müssen die ArbeitnehmerInnen ihre Weiterbildung aus der eignen Tasche bezah-len, das ist für viele aber nur schwer leistbar, das zeigt eine aktuelle Umfrage der AK: Demnach werden nur drei von zehn ArbeitnehmerInnen im Betrieb weitergebildet. Fast zwei Drittel von ihnen (64 Prozent) konnten im letzten Jahr nur weniger als einen einzigen Tag an betrieblicher Weiterbildung teilnehmen. Dabei gibt es eine Schieflage: Nur 15 Prozent der PflichtschulabsolventInnen, aber 49 Prozent der HochschulabsolventInnen wurden vom Betrieb weiter gebildet. „Es scheint zu gelten, wer hat dem wird gegeben. Je höher jemand gebildet ist, desto größer sind die Chancen im Betrieb weiter gebildet zu werden“, so Ettl. Viele können es sich nicht leisten die Weiterbildung selbst zu finanzieren und so zeigt die Umfrage auch:

69 Prozent der Befragten sprechen sich für eine Förderung von Weiterbildungseinrich-tungen aus, damit die Kurse billiger werden, 55 Prozent für individuelle Bildungszuschüs-se. „Die Menschen müssen heute viel mehr für Essen, Wohnen und Strom ausgeben, für die Weiterbildung bleibt da kaum mehr was übrig. Wenn die Kurse dann auch noch teurer werden, können sich das die Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen überhaupt nicht mehr leisten“, so Ettl und weiter: „Menschen mit niedrigen Bildungsabschlüssen sind dann besonders betroffen, da sie im Durchschnitt weniger verdienen und gleichzeitig im Betrieb weniger Chancen auf Weiterbildung haben. Da entsteht ein Teufelskreis“, warnt Ettl.

Die AK fordert:

  • das gebührenfreie Nachholen von Bildungsabschlüssen,
  • den Ausbau der öffentlichen Bildungskontomodelle
  • ein Qualifizierungsstipendium für ArbeitnehmerInnen (das wünschen sich auch 41 Pro-zent der befragten ArbeitnehmerInnen),
  • 35 Stunden betriebliche Weiterbildung pro Jahr für alle ArbeitnehmerInnen.

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