arbeitslosennetz home

Jetzt mit paypal


Arbeitslosigkeit
  "http://www.aktive-arbeitslose.at/news/"News
  Fälle & Berichte
  Rechtshilfe
  Downloads
  Aktionen
     Links
Gewerkschaft
Termine

Feedback
über uns
AKTIVE ARBEITSLOSE

 

Höhe des Arbeitslosengeldes

(Letzte Aktualisierung: 21.1.2017)

Bei dieser Leistung handelt es sich um angeblich Existenz sichernde Versicherungsleistungen, die den Betroffenen in die Lage versetzen sollen, seinen Lebensunterhalt bzw. jenen seiner Familienangehörigen für die Dauer einer Arbeitslosigkeit bzw. Arbeitssuche zu bestreiten. Die verfassungsrechtlich gebotene Durchsetzbarkeit dieses Anspruchs gegenüber der Verwaltung [1] sichert § 47 zweiter Satz AlVG (Arbeitslosenversicherungsgesetz), der
die Erlassung eines Bescheides vorsieht, wenn der Anspruch nicht (vollständig) anerkannt wird.

Das Arbeitslosengeld besteht aus:

  • Grundbetrag,
  • möglichen Familienzuschlägen,
  • sowie einem allfälligen Ergänzungsbetrag.

Grundbetrag/Berechnungsgrundlage:

Wenn Du zwischen 1. Jänner und 30. Juni Deinen Antrag stellst, ist Deine Berechnungsgrundlage die des vorletzten Jahres. Innerhalb der 2. Jahreshälfte (vom 1. Juli bis 31. Dezember) wird Dein Arbeitslosengeld nach der Jahresbeitragsgrundlage des letzten Kalenderjahres berechnet (siehe Ermittlung des Grundbetrages).

Anmerkung: Diese Regel stammt von Ex-Sozialminister Josef Hessun ("der Grappscher"), ehemals Gewerkschaftsfunktionär der SPÖ! Zuvor wurde das halbe Jahr vor Eintritt der Arbeitslosigkeit als Bemessungsgrundlage herangezogen.

Familienzuschlag:

Normalerweise beträgt das Arbeitslosengeld 55 %, die Notstandshilfe 50 % der Bemessungsgrundlage. Ist der Betrag dann unter dem Ausgleichszulagenrichtsatz, also sehr gering, erhält man 60 % der Bemessungsgrundlage, Familien mit Kindern erhalten bis zu 80 % der Bemessungsgrundlage. Jemand der minderjährige Kinder hat, erhält einen Familienzuschlag vom AMS pro Kind in der Höhe von € 0,97 pro Tag, also € 29,10 im Monat.

VORSICHT FALLE: Nach einem Verwaltungsgerichtshofurteil, das eine systematisch falsche Berechnung des Familienzuschlags fest stellt, muss das AMS diesen seit 23.2.2016 berechnen. Wer im Zeitraum 1.9.2010 und 23.2.2016 einen Familienzuschlag bezogen hat, kann noch rückwirkend die Nachzahlung des vorenthaltenen Betrags beantragen. Das AMS macht das leider nicht von sich aus ("von Amts wegen"), was in einer ordentlichen Rechtsstaat aber gemacht werden sollte.

Ergänzungsbetrag:

Durch den Ergänzungsbetrag wird Dein Arbeitslosengeld auf die Höhe des Ausgleichzulagenrichtsatzes (€ 750.- monatlich) aufgestockt (Stand Jänner 2009) soweit dadurch nicht 60 % Deiner Bemessungsgrundlage überschritten werden. Es handelt sich also nur um eine Aufstockung des Arbeitslosengeldes auf 60% für jene, die eine Bemessungsgrundlage von nicht mehr als 167% der Ausgleichszulage haben!

Bemessungsgrundlagenschutz ab dem 45. Lebensjahr

Wenn Sie das 45. Lebensjahr vollendet haben, ist ein für die Bemessung des Grundbetrages des Arbeitslosengeldes vor dem 45. Lebensjahr bestehendes monatliches Bruttoentgelt auch bei neuen Ansprüchen auf Arbeitslosengeld heranzuziehen, es sei denn, es läge auf Grund der Beschäftigung ein höheres Bruttoentgelt vor.

Geschützt wird also jenes Entgelt, das der seinerzeitigen Bemessung (und zwar einschließlich der Begrenzung der damaligen Höchstbemessungsgrundlage) für die Berechung des Anspruchs vor dem 45. Lebensjahr verwendet wurde. Eine Wertsciherung (Valorisierung) dieses Entgelts erfolgt leider nicht.

Der Bemessungsgrundlagenschutz für einen Arbeitslosengeldanspruch tritt frühestens dann ein, wenn Sie während eines Leistungsbezuges (Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe) das 45. Lebensjahr vollenden.

Mitteilung versus Bescheid

Mensch erhält vom AMS lediglich eine "Mitteilung über den Leistungsbezug" und nicht um einen Bescheid. Dabei handelt es sich um eine vorläufige Höhe, die jederzeit bei Bekanntwerden von Umständen, die auf einen Anspruch auf einen höheren Bezug schliessen lassen, angefochten werden kann.

Mensch kann zwar einen Bescheid anfordern, dann laufen aber die Fristen (8 Wochen) innerhalb deren der Bescheid angefochten werden kann. Ausnahme: Ausserordentliche Rechtsmittel sind möglich, wenn erst zu einem späteren Zeitpunkt Umstände bekannt werden, die vorher nicht bekannt sein hätten könnten (z.B. Ausgang eines Gerichtsverfahrens über Lohnhöhe und ähnliches).

Achtung! Auf anderen Webseiten wird die Anforderung eines Becheids über die Bezugshöhe empfohlen, weil dadurch angeblich bei Sperren leichter geklagt werden könnte. Das kann zwar nicht ausgeschlossen werden, ist aber nur dann zu empfehlen, wenn Sie zuvor die Bezugshöhe überprüft haben und als korrekt fest stellen konnten.

Tipp: Die Bezugshöhe kann im Falle von Zweifeln bei der Arbeiterkammer überprüft werden.

Bemessungsgrundlagenschutz ab dem 45. Lebensjahr

Wenn Sie über 45 Jahre alt sind und vor dem 45. Lebensjahr Arbeitlosengeld oder Notstandhilfe bezogen haben, dann bleibt Ihnen bei der Berechnung des Grundbetrags diese Bemessungsgrundlage erhalten, auch wenn die neue Bemessungsgrundlage niedriger ist. Eine Wertsicherung ("Valorisierung") dieser Bemessungsgrundlage gibt es leider nicht!

VORSICHT FALLE: Um die Bemessungsgrundlage von älteren Langzeitarbeitslosen zu zerstören bzw. runter zu drücken, weist das AMS gerne vor dem Erreichen des 45. Lebensjahres Arbeitslose in eine schelcht entllohnte Transitarbeit in einem SÖB oder GBP zu. Vermeiden Sie den Antritt eines Ihre Mindestbemessungsgrundlage zerstörenden Arbeitsverhältnisses durch Krankenstand oder notfalls Abmeldung vom AMS-Bezug, wenn Sie keine Aussicht auf ein richtiges Arbeitsverhältnis in absehbarer Zeit haben.

Weitere Informationen:

 

<<< zurück | Rechtshilfe - Tipps für Arbeitslose von Arbeitslosen | weiter >>>

 mehr Sucheoptionen

Impressum

Media Austria Unterstützt von Media Austria
Webhosting & Webdesign